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Budo-Rundschreiben

Hier berichtet die Abteilungsleitungsleitung regelmäßig über aktuelle Ereignisse in der Budo-Abteilung.

13.05.2020 - Das Training geht wieder los!

Liebe Eltern, liebe Ju-Jutsuka, liebe Judoka,

im letzten Rundschreiben habe ich berichtet, das Landesregierung letzte Woche entschieden hat, dass wir wieder trainieren dürfen. Zusammen mit Stefan, Jessica und unseren Übungsleitern habe ich mich in den letzten Tagen vor allem damit beschäftigt, wie wir wieder trainieren können.

Wir haben seit Donnerstag gefühlt hunderte Seiten Verordnungen, Vorschriften, Konzepte und Checklisten gelesen, dutzende Telefonate geführt und mindestens genauso viele E-Mails geschrieben. Herausgekommen ist ein Schutz- und Trainingskonzept für die Abteilung, dass Ihr nun auch auf der Homepage findet. Zusammen mit den anderen Regelungen ist das unser Weg zurück in den Trainingsbetrieb.

Die einzige offene Frage ist die nach dem Trainingsort. Die Stadt hat sich bisher nur wenig bewegt und will uns nach wie vor weder in die Halle noch auf den Schulhof lassen. Wir müssen also selber dafür sorgen, dass sich etwas bewegt. Wir sind deshalb in Kontakt mit der Volleyball-Abteilung der TGH und hoffen, dass wir das Beachvolleyball-Feld im Sportpark Waldfrieden nutzen dürfen. Im letzten Jahr hatten wir dort ja bereits eine schöne Sumo-Einheit durchgeführt. Wenn alles klappt, wird es nächste Woche die ersten Trainingseinheiten geben.

Auch beim Training für Kinder unter zehn Jahren sind wir einer Lösung näher gekommen. Wir wollen für alle Interessierten ein Eltern-Kind-Training anbieten und haben auch schon signalisiert bekommen, dass wir das unter den aktuellen Vorgaben umsetzen können. Hier arbeiten wir auch an einem genauen Konzept und bitten Euch dafür noch um etwas Geduld.

Als nächstes müssen wir uns aber Gedanken um die Gruppenzusammensetzung machen. Es wird, wie im letzten Rundschreiben beschrieben, Es wird feste Trainingsgruppen geben, die aus höchstens zehn Teilnehmern bestehen dürfen. Jeder Sportler darf nur in einer Trainingsgruppe sein. Und wir müssen bereits jetzt daran denken, dass, falls wir demnächst irgendwann wieder mit Kontakt trainieren dürfen, jeder erst einmal genau einen Trainingspartner haben wird. Die Partner müssen dafür natürlich von Anfang an in der gleichen Trainingsgruppe sein.

Falls Ihr Interesse habt, jetzt wieder zu trainieren: Schreibt mir eine kurze Mail, damit wir wissen, wer wieder trainieren will, und schon einmal die Gruppen planen können. Keine Sorge: Wir werden die Gruppen nicht einfach festlegen, sondern natürlich mit Euch noch einmal darüber sprechen. Und für alle, die noch keine zehn Jahre alt sind: Auch wenn es für Euch noch nicht gleich wieder los gehen wird, können wir besser planen, wenn wir wissen, wie viel Bedarf besteht. Und falls Ihr zu einer bekannten Risikogruppe gehört oder im Alltag direkt mit solchen Menschen zu tun habt: Bitte teilt uns das unbedingt mit, damit wir ggf. entsprechende zusätzliche Vorkehrungen treffen können.

Und bedenkt bitte: Unser Training ist mit einem Risiko verbunden. Das war auch vor der COVID-19-Pandemie schon so. Damals war es vor allem ein Verletzungsrisiko, nun kommt das Risiko einer Ansteckung hinzu. Wir alle in der Abteilung haben uns immer größte Mühe gegeben, diese Risiken so klein wie möglich zu machen, denn Euer Wohlergehen ist uns verdammt wichtig. Und auch jetzt haben wir unsere Verantwortung sehr ernst genommen und alles unternommen, um einen sicheren Trainingsbetrieb zu gewährleisten. Absolute Sicherheit gibt es aber auch hier nicht. Ob ihr dieses Restrisiko eingehen wollt, ist letztendlich eine Frage des Vertrauens und der persönlichen Einschätzung, die jeder selbst treffen muss. Deshalb respektieren wir natürlich, wenn jemand zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wieder zum Training kommen möchte.

Wir sehen uns beim Training
Robert

09.05.2020 - Wann geht das Training wieder los?

Liebe Ju-Jutsuka, liebe Judoka, liebe Eltern,

es tut sich wieder einiges, und deshalb wird auch dieses Rundschreiben wieder länger, persönlicher und politischer als gewohnt. Für alle Ungeduldigen gibt es am Ende eine kurze Zusammenfassung, aber ich würde mich freuen, wenn Ihr Euch die Zeit für die Langfassung nehmen würdet.

"Gut, wieder hier zu sein - gut, euch zu seh'n."

An diese Worte eines berühmten Bielefelders musste ich am Mittwochabend denken. Die Landesregierung hatte an diesem Tag weitreichende Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie bekanntgegeben. Auch gemeinsamer Sport sollte bald wieder möglich sein, und ich habe mich natürlich darauf gefreut, wieder mit Euch zu trainieren. Ganz so einfach wird das allerdings nicht.

Um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen: Schon seit einigen Wochen arbeiten der Vorstand und die Geschäftsstelle der Turngemeinde gemeinsam mit den Abteilungsleitungen an einem Konzept zur Wiederaufnahme unseres Trainings. Der Deutsche Olympische Sportbund hat dazu zehn "Leitplanken" erarbeitet, die Vereinssport und Infektionsschutz miteinander vereinbaren sollen. Diese Grundregeln wurden dann von den Fachverbänden, in unserem Fall sind das der Deutsche Ju-Jutsu-Verband und der Deutsche Judo-Bund, durch sportartspezifische Regeln ergänzt. Daraus wurden dann für die Turngemeinde und ihre 17 Abteilungen genaue Konzepte erarbeitet. Damit waren wir mit den Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Sportbetriebs eigentlich auf einem guten Weg, auch wenn natürlich noch nicht klar war, wie die gesetzlichen Vorgaben dann genau aussehen würden.

Dann kam der Mittwoch. Die Landesregierung hat weitreichende Lockerungen verkündet, die auch den gemeinsamen Sportbetrieb betreffen, der ja seit Mitte März nicht mehr erlaubt war. So wurde schon ab Donnerstag der gemeinsame Sport im Freien wieder erlaubt, und ab Montag wird auch Sport in Sporthallen und Fitnessstudios wieder erlaubt sein - alles mit Abstand. Für den 30. Mai wurde sogar in Aussicht gestellt, dass auch Kontaktsport wieder möglich sein wird.

Diese Lockerungen kommen jetzt sehr plötzlich und schnell. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass man da etwas mehr zeitlichen Abstand zwischen Ankündigung und Inkrafttreten gelassen hätte. Zum einen, weil ich denke, dass eine oder zwei Wochen mit stärkeren Beschränkungen für das Infektionsgeschehen in unserem Land besser gewesen wären. Zum anderen, weil der Unterricht in den Schulen ja gerade auch wieder hochgefahren wird und erst vor einer Woche andere Lockerungen in Kraft getreten sind, so dass wir noch gar nicht absehen können, ob das alles eine gute Idee war oder nicht.

Aber ich kann auch verstehen, dass die Politik nach zwei schwierigen Monaten nun endlich gewisse Lockerungen für uns alle umsetzen will. Und ich bin zuversichtlich, dass das auch gut funktionieren kann. In den letzten Wochen haben wir alle gezeigt, dass wir durch Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln, durch das Tragen von Gesichtsmasken und auch durch den Verzicht auf viele liebgewonnene Aktivitäten die Ausbreitung von COVID-19 wirkungsvoll eindämmen können. Gleichzeitig haben wir neue Erkenntnisse über die Krankheit gewonnen, und nicht nur Sportvereine und -verbände haben die Zeit genutzt, um Konzepte für eine Zeit nach den konsequenten Kontaktbeschränkungen zu entwickeln. Deshalb können wir uns diese Lockerungen vielleicht erlauben, und angesichts der im Vergleich zum März deutlich ausgebauten Testkapazitäten können wir auch zuversichtlich sein, ein erneutes Ansteigen der Infektionszahlen rechtzeitig erkennen zu können. Im schlimmsten Fall würde das natürlich wieder zur Zurücknahme der Lockerungen führen.

Insgesamt ist das ein deutlicher Kurswechsel. Nach einer Zeit von strikten Verboten traut der Staat uns allen wieder mehr zu. Und das ist auch gut so. Denn so richtig die strikten Einschränkungen im ersten Moment waren: Unsere offene, demokratische Gesellschaft kann nicht dauerhaft im Ausnahmezustand funktionieren. Damit einher geht natürlich auch mehr Verantwortung für die Turngemeinde, für die Abteilungsleitung, für die Übungsleiter und für uns alle. Wir bei der Turngemeinde Herford und in der Budo-Abteilung haben uns bewusst dafür entschieden, uns dieser Verantwortung zu stellen.

Am Donnerstag hat das Team der TGH-Geschäftsstelle um unseren Geschäftsführer Frederick Humcke die umfangreichen Konzepte zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs an die nun bekannten gesetzlichen Vorgaben angepasst und veröffentlicht. Nebenbei hat Frederick noch mit der Stadt Herford und allen Abteilungsleitungen telefoniert, um den Wiedereinstieg vorzubereiten. Was das Team im Waldfrieden - nicht nur an diesem Tag, sondern die letzten Wochen über - geleistet hat, ist wirklich herausragend.

Leider kam am Donnerstagabend dann auch eine ernüchternde Nachricht. Nicht alle trauen uns zu, in dieser Situation verantwortungsvoll zu handeln und einen sicheren Sportbetrieb zu gewährleisten. Einer davon ist offenbar Tim Kähler, der Bürgermeister der Stadt Herford. Herr Kähler ließ über das Sportamt der Stadt mitteilen, dass er die Sporthallen der Stadt nicht öffnen wird. Und damit war klar, dass wir mit unserem Training nicht am kommenden Montag beginnen können, denn wir haben kein Dach über dem Kopf.

Deshalb ich habe eine Bitte an jeden von Euch: Bürgermeister Kähler würde sich sicher freuen, wenn jeder von Euch ihm einen Brief schreibt und ihm erklärt, warum es wichtig ist, dass er die Schulsporthallen für den Vereinssport öffnet. Politiker vergessen manchmal, dass ihre Entscheidungen nicht nur auf Papier gedruckt und im Internet veröffentlicht werden, sondern in das Leben von echten Menschen eingreifen. Daran sollten wir Herrn Kähler erinnern. Seine Adresse ist: Tim Kähler, Bürgermeister der Hansestadt Herford, Rathausplatz 1, 32052 Herford.

Natürlich sind wir auf der Suche nach Alternativen. Ein Ausweichen auf die vereinseigenen Sportanlagen im Waldfrieden ist schwierig, da die Halle dort bereits gut ausgelastet ist und natürlich alle Abteilungen von dem Problem betroffen sind und Hallenzeiten brauchen. Bei gutem Wetter käme natürlich auch ein Training im Freien in Frage (und wäre aus Sicht des Infektionsschutzes auch vorzuziehen), aber auch da suchen wir noch nach einer geeigneten Fläche. Dass die Stadt uns erlaubt, den Schulhof gegenüber unserer Halle zu nutzen, ist angesichts der ablehnenden Haltung des Bürgermeisters eher unwahrscheinlich, trotzdem werden wir das am Montag anfragen. Sobald wir mehr wissen, melde ich mich noch einmal. Weitere Vorschläge sind immer willkommen!

 

Ganz unabhängig davon, wo wir demnächst trainieren werden, es wird eine ganze Reihe neuer Regelungen geben (unvollständige Liste, näheres auch auf der Homepage der TGH):

  • Wir werden immer und ohne Ausnahme einen Mindestabstand von 2 Metern zueinander einhalten, bei intensiveren Einheiten muss der Abstand auch noch größer sein.
  • Es wird feste Trainingsgruppen geben, die aus höchstens zehn Teilnehmern bestehen dürfen. Jeder Sportler darf nur in einer Trainingsgruppe sein. Ein Übungsleiter darf maximal drei Trainingsgruppen betreuen. Denkt bereits jetzt daran, dass wir, falls wir Ende Mai tatsächlich wieder mit Kontakt trainieren dürfen, jeder genau einen Trainingspartner haben wird. Dieser Partner muss natürlich bereits von Anfang an in der gleichen Trainingsgruppe sein. Wenn wir wissen, wann unsere Trainingszeiten sein werden, werden wir die Trainingsgruppen mit Euch gemeinsam zusammenstellen.
  • Die Sportstätten werden nur von den Sportlern betreten, Zuschauer (auch Eltern) dürfen die Sportstätte nicht betreten. Es wird genau festgelegt sein, wo Eingang und Ausgang der Sportstätten sind. Auch beim Betreten und Verlassen der Sportstände wird der Mindestabstand immer eingehalten.
  • Zwischen zwei Trainingseinheiten wird es eine Pause von 15 Minuten geben, so dass sich die Trainingsgruppen nicht begegnen. Nach der Trainingseinheit verlassen alle ohne Verzögerung die Sportstätte. Vor der Trainingseinheit warten alle draußen (oder, falls möglich, im Auto) und halten genügend Abstand zueinander. Das Betreten der Sportstätte erfolgt erst nach Aufforderung durch den Übungsleiter.
  • Wenn das Wetter es zulässt, werden wir im Freien trainieren oder zumindest das Aufwärmen draußen durchführen. Aktivitäten mit hoher Bewegungsintensität finden nur draußen statt.
  • Die allgemeine Hygieneregeln gelten auch im Sport. Nach dem Betreten der Sportstätte waschen sich alle vor der Trainingseinheit gründlich die Hände.
  • In  allen Sportanlagen herrscht Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Die Maske kann bei Beginn der Sporteinheit abgelegt werden und muss danach oder bei Verletzungen wieder angelegt und daher in Reichweite aufbewahrt werden.
  • Wenn wir Geräte benutzen, die wir berühren, dann müssen diese Geräte vor und nach der Trainingseinheit, und auch wenn der Benutzer des Geräts zwischendurch wechselt, desinfiziert werden. Das gilt auch für Matten.
  • Wenn der Übungsleiter die Trainingseinheit nicht betreuen kann, fällt die Einheit aus. Es gibt keine Vertretung.
  • Am Training darf nur teilnehmen, wer keine gesundheitlichen Einschränkungen oder Krankheitssymptome hat und in den letzten zwei Wochen keinen bekannten Kontakt mit einer infizierten Person. Das wird durch die Eintragung in eine Teilnehmerliste bestätigt.
  • Diese Teilnehmerlisten werden aufbewahrt und, falls es in der Gruppe zu einem Verdachtsfall kommt, auch an das Gesundheitsamt weitergeleitet. Das bedeutet, dass alle Teilnehmer dann im Zweifelsfall in Quarantäne müssen.
  • Das Umziehen vor und nach dem Sport sowie das anschließende Duschen passieren zu Hause. Das ist für uns umsetzbar, weil wir bis auf weiteres nicht im Judogi, sondern in normaler Sportkleidung trainieren werden.

Außerdem müssen wir Angehörige von Risikogruppen besonders schützen. Dabei seid Ihr vor allem selbst in der Verantwortung. Wer von Euch zu einer Risikogruppe gehört oder mit Angehörigen zusammenlebt, die ein erhöhtes Risiko tragen, sollte nicht einfach am Training teilnehmen. Das gilt auch für alle ab 60 Jahren, aber wir haben in der Budo-Abteilung zur Zeit keine aktiven Sportler in dieser Altersgruppe. Wir werden aber versuchen, auch für diese Sportlerinnen und Sportler Bewegungsangebote zu machen. Hier könnten wir zum Beispiel in noch kleineren Gruppen und generell im Freien trainieren, oder Euch per Video am Training teilhaben lassen. Sprecht mich bitte direkt an, wenn Ihr in diese Gruppe gehört, damit wir auch hier eine Lösung finden können.

Außerdem werden wir zunächst noch kein Training für Kinder unter zehn Jahren anbieten, da hier die Einhaltung der Distanzregelungen schwerer umsetzbar ist. Das ist die Vorgabe, die mir am meisten Bauchschmerzen macht, weil in unserer Abteilung sehr viele Kinder im Grundschulalter trainieren, und weil Bewegung in diesem Alter so verdammt wichtig ist. Wir arbeiten auch hier an einem Konzept, das wir aber noch mit dem Vorstand abstimmen müssen. Ich hoffe, dass wir möglichst schnell auch für die Kinder unter zehn Jahren ein Trainingsangebot machen können.

 

All diese Regeln sind keine Garantie, dass wir mit diesen Lockerungen nicht den Weg für eine zweite Infektionswelle frei machen. Und wenn jemand jetzt noch nicht wieder am Training teilnehmen will, dann habe ich dafür höchsten Respekt. Für alle anderen gilt aber: Wir gehen in unserem Alltag immer Risiken ein und müssen uns fragen: Ist es uns das Risiko wert, und was können wir tun, um Risiken zu minimieren? Schon auf dem Weg vom und zum Training könnte uns etwas zustoßen. Trotzdem gehen wir dieses Risiko bewusst ein, und wir legen im Auto den Sicherheitsgurt an und schauen nach links und rechts, bevor wir über die Straße gehen. Und nun halten wir Abstand und waschen uns noch gründlicher als zuvor die Hände, aber wir geben nicht einfach auf. Und falls doch alles schief geht und wir in drei oder vier Wochen alle Lockerungen zurücknehmen müssen, weil die Infektionszahlen wieder stark ansteigen, dann wäre ich sehr froh, Euch vorher noch ein paar Mal gesehen und mit Euch trainiert zu haben.

Deshalb beende ich dieses Rundschreiben so, wie es begonnen hat, mit den Worten von Hannes Wader:

Nun Freunde, lasst es mich einmal sagen:
Gut, wieder hier zu sein - gut, euch zu seh'n.
Mit meinen Wünschen, mit meinen Fragen
Fühl ich mich nicht allein.
Gut, euch zu seh'n.

 

Zum Schluss noch die versprochene Zusammenfassung:

  • Ab dem 11. Mai ist unser Training prinzipiell wieder erlaubt. Wir können dann aber noch nicht loslegen, auch weil der Bürgermeister der Stadt Herford uns nicht in unsere Halle lassen will.
  • Wir sind auf der Suche nach einem alternativen Trainingsort.
  • Sobald wir wissen, wann es wieder losgeht, werde ich mich wieder melden.
  • Wenn es wieder losgeht, werden wir im Training viele neue Auflagen und Regeln befolgen müssen.

 

Wir sehen uns auf der Matte - oder woanders
Robert

29.04.2020 - Rashguards und Masken

Liebe Judoka, liebe Ju-Jutsuka, liebe Eltern,

seit meinem letzten Rundschreiben hat sich eigentlich nicht sonderlich viel ereignet. Wir arbeiten aber zusammen mit dem Vorstand der Turngemeinde und den anderen Abteilungsleitungen an einer Strategie zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs in der TGH.

Ich möchte Euch aber zwei aktuelle Dinge mitteilen:

Zum einen hat Stefan die Rashguards mit Namens- und Vereinsaufdruck, die ich im letzten Rundschreiben vorgestellt habe, bestellt. Und sie sind - schneller als gedacht - schon fertig. Für alle, die eines bestellt haben, wird Stefan am Freitag, den 01.05.2020, um 15:00 Uhr zu unserer Sporthalle kommen und die Rashguards verteilen. Kommt bitte alle und bringt das Geld mit. Wer es zu diesem Termin nicht schafft, möge sich bitte mit Stefan in Verbindung setzen.

Zum anderen gilt seit Montag auch bei uns in Nordrhein-Westfalen eine Pflicht zum Bedecken von Mund und Nase in Geschäften und in Bus und Bahn, die sogenannte Maskenpflicht. Wir Budoka können mit einer Maske jetzt nicht nur versuchen, die Ausbreitung von COVID-19 zu verlangsamen, sondern auch cool aussehen und unsere Begeisterung für unseren Sport zeigen.

 

Ich habe Gesichtsmasken mit einem Vorderteil aus Judogi-Stoff in Reiskornwebung und Haltebändern in den klassischen Farben unserer Gürtel entworfen. Diese Masken sollen zunächst bevorzugt an die Abteilungsmitglieder gehen, die demnächst wieder zur Schule gehen. Die ersten Exemplare sind schon fertig und an unsere Übungsleiter-Assistenten verteilt. Weitere Bilder gibt's hier: https://tgherford.de/abteilungen/budo.html. Es gibt inzwischen auch eine zweite Version der Maske, die ein Gummiband statt der Bänder zum binden hat. Dadurch erspart man sich das Kunststück, hinter seinem eigenen Kopf eine Schleife zu machen. Das Gummiband wird offen geliefert und muss dann vor dem ersten Gebrauch so zusammengeknotet werden, dass es für die Trägerin oder den Träger passt.

Die Masken sind aus reiner Baumwolle und haben in der Oberseite einen Metallstreifen, mit dem sie an die Kontur der Nase angepasst werden können. Die Masken können problemlos bei 60 Grad gewaschen und im Wäschetrockner getrocknet werden. Alternativ kann man sie auch bei niedrigerer Temperatur waschen und nach dem Trocknen im Backofen (bei 70 Grad) sterilisieren. Beides habe ich mit meinem Exemplar schon gemacht.

Für alle, die eine Maske haben wollen: Meldet Euch bei mir und teilt mir Eure Adresse mit, dann gibt's demnächst eine Maske. Die Masken werden ehrenamtlich genäht und kosten für Euch nichts, aber Ihr dürft natürlich, wenn Euch das etwas wert ist und Ihr ein paar Euro übrig habt, an eine gemeinnützige Organisation spenden. Als Vorschläge werfe ich mal Save the Children oder Ärzte ohne Grenzen in den Raum. Die können eine Spende deutlich besser gebrauchen als ich.

Ganz wichtig: Ich würde mich freuen, wenn alle, die eine Maske bekommen haben, ein Foto von sich mit Maske schicken würden. Die Fotos würden wir dann auch im Netz veröffentlichen.

Bleibt gesund.

Wir sehen uns auf der Matte
Robert

16.04.2020 - Update zur COVID-19-Pandemie

Liebe Ju-Jutsuka, liebe Judoka, liebe Eltern,

vor etwas mehr als einem Monat habe ich Euch mitgeteilt, dass unser Training bis mindestens zum Ende der Osterferien ausfallen wird. Ich war damals noch recht optimistisch, dass es bald wieder weitergehen könnte. Die Osterferien gehen nun langsam zu Ende, und seit meiner letzten Mail hat sich einiges getan.

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."

Dieser Satz wird dem wird dem Physiker Niels Bohr zugeschrieben, und gerade in diesen Tagen merken wir, wie recht er damit hat. Dinge, die vor wenigen Wochen noch selbstverständlich waren, sind nun für lange Zeit undenkbar. Andere Dinge, mit denen wir uns vorher nie beschäftigen mussten, sind nun schon fast selbstverständlich.

Wie geht es weiter? Wann geht es weiter? Geht es überhaupt weiter?

Diese Fragen beschäftigen uns alle in diesen Tagen ständig, in ganz vielen verschiedenen Zusammenhängen. Und eines vorweg: Ich habe auch keine Antworten darauf. Aber ich will versuchen, zumindest mit Blick auf die Budo-Abteilung einige Möglichkeiten aufzuzeigen. Deshalb wird dieses Rundschreiben auch etwas persönlicher und etwas politischer sein als gewohnt.

Armin Laschet, der Ministerpräsident unseres Landes, sagte in seiner Fernsehansprache am Ostersonntag: "Klar ist: Nichts wird, wie es war." Das ist ein starker Satz. Und wenn Herr Laschet damit meint, dass die Einschränkungen, die wir heute erleben und die uns natürlich auch belasten, bis in alle Ewigkeit bestehen bleiben werden, dann muss man klar sagen: Das ist Unsinn. Niemand muss befürchten, dass unsere Kinder, Enkel und Urenkel in 10, 50 oder 100 Jahren immer noch mit Maske einkaufen gehen, stets zwei Meter Abstand zueinander halten und im Laden kein Klopapier bekommen werden. Ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt: Es geht eigentlich immer bergauf. Wir haben es heute deutlich besser als unsere Vorfahren vor 50, 500, 5.000 oder 50.000 Jahren. Und auch diese Pandemie wird, genau wie die Pest oder die Spanische Grippe, irgendwann nur noch Mediziner und Historiker beschäftigen.

Und deshalb ist für mich klar: Selbstverständlich geht es weiter. Natürlich werden wir wieder gemeinsam auf der Matte stehen und uns darauf herumwälzen. Ju-Jutsu, Judo, BJJ - das sind Sportarten zum Anfassen, mit Körperkontakt. Und wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass wir das wieder gemeinsam tun werden, dann wäre diese Mail deutlich kürzer ausgefallen.

Wann es weiter geht, lässt sich aber nur sehr schwer sagen. Wir werden wahrscheinlich in den nächsten Wochen und Monaten erleben, dass die derzeitigen Einschränkungen unseres gesellschaftlichen Lebens langsam zurückgenommen werden. Wie und wann das genau passieren sollte, darüber kann man sich natürlich streiten, klar ist aber: Die Maßnahmen werden langsam und schrittweise erfolgen. Nichts wäre schlimmer als ein unkontrolliertes Anwachsen der Fallzahlen, die dann unser Gesundheitssystem überlasten. Denn dann hätten wir uns unsere bisherigen Anstrengungen auch sparen können.

Klar ist auch: Je wichtiger eine Aktivität ist, desto früher wird man versuchen, sie wieder zu ermöglichen. Und jeder hat sicher andere Vorstellungen davon, was wichtig ist und was nicht. Aber wer meint, unser Trainings- und Wettkampfbetrieb sei wichtiger als der Schulunterricht, der steht mit dieser Meinung wohl ziemlich alleine da. Und es wird entscheidend sein, ob Abstandsregeln gut einzuhalten sind oder nicht. Das bedeutet natürlich, dass die Badminton- oder die Leichtathletik-Abteilung ihren Sportbetrieb wahrscheinlich früher wieder aufnehmen können als wir.

Insgesamt gehe ich im Moment davon aus, dass wir unser gewohntes Training - wenn überhaupt in diesem Jahr - keinesfalls vor den Sommerferien wieder aufnehmen können. 

Aber ich kann Euch schon einen Ausblick geben, wie es weitergehen könnte. Stefan und ich planen derzeit für zwei Phasen bzw. Szenarien:

  • In der ersten Phase ist ein gemeinsames Training wieder möglich, allerdings noch ohne Körperkontakt. Wenn es soweit ist, wollen wir auch wieder gemeinsam mit Euch trainieren. Zur Zeit ist Sport ja eine ziemlich einsame Angelegenheit, und das wollen wir, wenn es wieder möglich ist, ändern. Natürlich wird das Training in dieser Phase anders sein als sonst, aber wir werden Mittel und Wege finden, um zusammen fit zu bleiben und Spaß zu haben.
  • In der zweiten Phase wird auch unser normales Training wieder möglich sein - mit Anfassen. Wir alle - auch unsere Übungsleiter - werden dann erst einmal mit einem großen Trainingsrückstand zu kämpfen haben. Viele Bewegungsabläufe, die vorher fast von allein funktionierten, werden dann Schwierigkeiten bereiten. Viele technische Feinheiten müssen wir uns erst wieder mühsam aneignen. Und gleichzeitig werden wir große Pläne haben: Die Prüfung, die eigentlich im Sommer stattfinden sollte? So schnell wie möglich nachholen! Wettkämpfe? Natürlich sofort! Wir werden hier Prioritäten setzen und Kompromisse finden müssen.

Ob und wann wir diese Pläne in die Tat umsetzen werden, wird sich zeigen. Dabei werden wir natürlich die Vorgaben und Empfehlungen der Behörden, unserer Fachverbände und der Turngemeinde berücksichtigen. Und wie immer haben wir auch in diesen Tagen ein offenes Ohr für Eure Fragen, Anregungen, Wünsche und Sorgen - oder einfach nur zum reden.

Die Eindämmung der Pandemie ist eine Aufgabe, die wir nur alle gemeinsam bewältigen können. Es kommt dabei auf jede und jeden von uns an. Je besser uns das gelingt, desto früher werden wir auch wieder gemeinsam trainieren können. Und vielleicht haben wir ja auch noch ein bisschen Glück. Von Niels Bohr, dem am Anfang erwähnten Physiker, wird berichtet, er habe über der Eingangstür seines Hauses ein Hufeisen hängen gehabt. Einmal wurde er gefragt, ob er als Naturwissenschaftler denn glaube, dass ein Hufeisen wirklich Glück bringt. Bohr soll geantwortet haben:

"Selbstverständlich nicht! Aber ich habe gehört, es soll auch dann Glück bringen, wenn man nicht daran glaubt."

Und nun noch etwas komplett anderes: Stefan hat bei Ju-Sports die Möglichkeit, Rashguards mit Namens- und Vereinsaufdruck zu bestellen. Das Design passt zu den Hoodies, die wir Ende 2018 beschafft hatten. Der Preis wird bei etwa 25 € liegen. Bei Interesse meldet Ihr Euch am besten direkt bei Stefan.

 

Bleibt gesund. Und eines ist sicher:

Wir sehen uns auf der Matte
Robert

14.03.2020 - Kein Training bis Ostern

Liebe Judoka, liebe Ju-Jutsuka, liebe Eltern,

wie Ihr sicher alle wisst, breitet sich das Coronavirus zur Zeit in Deutschland aus. Eine Verlangsamung der Verbreitung ist im Moment das wichtigste Ziel aller Verantwortlichen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Auch wir als Abteilungsleitung haben die Entwicklung der Situation in den letzten Tagen sehr aufmerksam verfolgt. Am Freitagvormittag haben wir dann entschieden, das Training in unserer Abteilung bis mindestens Ostern auszusetzen.

Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber angesichts der derzeitigen Entwicklung und des engen Körperkontakts in unserem Sport ist das die einzig sinnvolle Entscheidung, um die Gesundheit unserer Sportler, Übungsleiter und Mitmenschen zu schützen. Damit folgen wir auch der Empfehlung unserer Landesverbände. Inzwischen wurden auch die Schulen im Land geschlossen, und heute hat auch der Vorstand der TGH entschieden, dass sämtlicher Sportbetrieb in der Turngemeinde bis mindestens zum 19.04.2020 (reguläres Ende der Osterferien) eingestellt wird. Die Bekanntmachung des Vorstands findet Ihr im Anhang.

Was bedeutet das für Euch?

  • Zunächst einmal findet in den nächsten fünf Wochen kein Training statt. Ob es ab dem 20. April weitergeht, ist natürlich noch offen. Ich persönlich glaube aber, dass es nicht möglich sein wird, das öffentliche Leben in unserem Land viel länger stillzulegen und hoffe, dass wir Ende April langsam wieder zur Normalität zurückkehren werden.
  • Für die Wettkämpfer bedeutet das auch, dass in nächster Zeit keine Wettkämpfe stattfinden werden. Die Landeseinzelmeisterschaften im Ju-Jutsu finden nicht statt, ebenso fallen alle Judo-Wettkämpfe bis Ende April aus. Stefan hofft, dass die Westdeutschen Einzelmeisterschaften im Ju-Jutsu am 02.05.2020 stattfinden werden und dass es möglich sein wird, ohne Qualifizierung über die Landeseinzelmeisterschaft direkt dafür zu melden, aber sicher ist das natürlich nicht. Für die Judoka wäre der nächste Wettkampftermin der Tiger-Cup Ende Mai.
  • Der für heute geplante BJJ-Lehrgang mit Jens Knippschild ist natürlich auch ausgefallen. Wir würden Jens gern erneut einladen um den Lehrgang nachzuholen, aber wahrscheinlich erst deutlich nach den Sommerferien. Für die Freunde des brasilianischen Jackenraufens ist die nächste Möglichkeit zur Graduierung der Besuch von Guto Vicente am 22. und 23. August in Bad Arolsen.
  • Stefan hatte für Anfang Juni eine Ju-Jutsu-Prüfung ins Auge gefasst - auch dieser Termin wird sich verschieben, und zwar bis nach den Sommerferien. Stefan wird wahrscheinlich wieder eine Prüfung für Kinder und Jugendliche und eine für Erwachsene durchführen. Der Termin muss noch gefunden werden, aber es wird mit ziemlicher Sicherheit ein Montag sein. Stefan hat mich gebeten, euch an die Pflichtlehrgänge zu erinnern.
  • Die nächste Judo-Gürtelprüfung hatte ich bislang für kurz vor den Sommerferien geplant. Ich denke auch, dass dieser Termin weiterhin machbar ist, falls das Training nach Ostern wirklich wieder losgeht.
  • Unser für den 4. April geplantes Bodenturnier muss natürlich auch ausfallen. Wir hoffen, dass wir das auch in der zweiten Jahreshälfte nachholen können, aber da müssen wir uns natürlich auch mit den anderen Vereinen abstimmen.
  • Insgesamt erwarten wir, dass wir in der zweiten Jahreshälfte einen ziemlich dicht gepackten Terminplan haben werden. Wir hatten für nach den Sommerferien auch noch einen Tag der offenen Tür geplant, für den dann auch noch eine Lücke im Kalender gefunden werden müsste.

Zusammenfassend möchte ich Euch sagen: Die aktuelle Entwicklung stellt uns als Abteilung vor einige Herausforderungen. Aber all diese Herausforderungen sind lösbar, und sie sind - verglichen mit den Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft gerade gestellt wird - ziemlich unbedeutend. Oberstes Ziel ist es im Moment, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und wertvolle Zeit zu gewinnen. Auch wenn die meisten von Euch vergleichsweise jung, gesund und sportlich sind, gibt es auch in unseren Reihen Menschen, die aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen besonders gefährdet sind und darauf angewiesen sind, dass unser Gesundheitssystem weiter funktioniert. Deshalb bitte ich Euch, der Aufforderung der Bundeskanzlerin nachzukommen und soziale Kontakte zu minimieren. Wir haben jetzt noch die Chance, durch einfaches Nichtstun und Rumsitzen in den eigenen vier Wänden wertvolle Zeit zu gewinnen.

Falls Ihr noch Fragen habt, dürft Ihr Euch natürlich gerne an mich wenden.

Bleibt gesund
Robert

P.S.: Allen, die jetzt zu Hause herumsitzen und nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen (und auch allen anderen), empfehle ich den täglichen Podcast "Coronavirus-Update" mit Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité.